Schichtkohl aus dem Slow Cooker

Bei dem letzten Foodbloggercamp besuchte ich die Kürbissuppensession von Slow Cooker Fachfrau Gabi Frankemölle und war wieder einmal schwer begeistert, was man mit langsamen kochen alles für Geschmacksexplosionen erkochen kann, was kurzerhand dazu führt, das ich mir auch einen Slow Cooker zugelegt habe, der seit dem nicht mehr aus unserem Haushalt wegzudenken ist.

Das erstaunliche, egal ob beim Kochen mit oder ohne Rezept, das kleine Wundergerät sorgt für leckeres Essen, auch, wenn man sich das manchmal beim Abschmecken noch gar nicht vorstellen kann. Nach 4 Stunden kochen auf High oder 8 Stunden auf Low war bisher noch nicht einmal etwas dabei, was nicht geschmeckt hätte – sogar mein Mann ist sehr angetan.

Vor kurzem fand nun ein kleiner Spitzkohl den Weg in meine Küche, was nun damit kochen? Schnell war klar, es wird was im Slow Cooker, warum nicht eine Schichtkohlvariante probieren? Im Gespräch mit einer Freundin brachte sie noch eine Schicht Kartoffeln mit ins Spiel und kurzerhand ging ich am Montag einkaufen und probierte meine Idee aus, die zwar nicht besonders fotogen herauskam, dafür aber umso leckerer war.

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Wer jetzt auch Lust auf so ein richtig schönes Winteressen bekommen hat, der braucht für einen 3,5 l Slow Cooker:

1 kleinen Spitzkohl
1 kg gemischtes Hack
5-6 größere Kartoffeln
1-2 Pck. Feta (je nach Packungsgröße)
1/2 l Brühe
Pfeffer
Salz
Kümmel
geriebener Cheddar

1. Das Hack pfeffern und salzen und gut durchbraten, in der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und ebenso wie den Feta in dünne Scheiben schneiden. Den Spitzkohl fein schneiden.

2. Alles im Slowcooker schichten. Zuerst eine dünne Schicht Kartoffeln auslegen, darauf Kohl verteilen und nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Danach eine Schicht Hack so verteilen, dass der Kohl bedeckt ist und auf dem Hack Fetascheiben verteilen. Danach wieder von vorne anfangen.

3. Bei mir passt zwei Mal die Schichtung in den Slow Cooker. Dann den Rest des Spitzkohls auf den Feta  geben, die Hackreste darauf verteilen und mit der Brühe angiessen. Zum Schluss noch den geriebenen Cheddar darauf verteilen und dann alles für knapp  4 Stunden (auf Low müssten es je nach Topf etwa 6-7 h sein) auf High köcheln lassen.

TIPP: Den Topf kann man bis fast zum oberen Rand voll machen, da alles beim Kochen noch ein bisschen zusammenfällt.

Der Schichtkohl schmeckt nicht nur sofort, sondern auch noch am nächsten Tag, dann vielleicht sogar noch ein kleines bisschen besser.

Bei uns gibt es das Ganze bald wieder, solange es noch draußen so winterlich kalt bleibt, dass zumindest hat sich mein Mann gewünscht, der sehr von dem Essen angetan war.

Viel Spaß beim Kochen und guten Appetit!

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Stadt Land Food und Wir haben es satt!

Dieses Wochenende ist in Berlin rund ums Essen und alles, was damit zusammenhängt, eine ganze Menge los. Eine, wie ich finde, besonders schöne und wichtige Veranstaltung findet dabei in Kreuzberg rund um die Markthalle Neun und die Emmauskirche statt.

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Unter dem Motto Stadt Land Food gibt es nicht nur der Kongress „Wir haben es satt!“, sondern auch unglaublich viel über Lebensmittel und das Thema Essen zu entdecken, zu erleben und anzusehen. An vier Tagen, noch bis zum 3.10.2016, können Kunden und Konsumenten sich über bäuerliche Landwirtschaft und handwerkliche Lebensmittelerzeugung informieren und in zahlreichen Werkstätten und Workshops auch direkt selber ausprobieren, wie es geht.
Dazu gibt es in etwa 24 Restaurants in Berlin das so genannte Stadt Land Food Menü, bei dem es darum geht, den Acker um Berlin zu schmecken.

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Ebenfalls viel zu essen und zu erleben gibt es auf dem Stadt Land Food Markt mit seinen 130 Ständen, auf dem man etwas für jeden Geschmack finden kann. Vom Gemüsehändler über  Streetfood und Naschmarkt bis hin zur gläsernen Wurstproduktion, die dank Kopfhörern und Moderation zum interaktiven Erlebnis wird, ist alles dabei.
Auch für die kleinen Besucher kommt dank eines breiten Programm keine Langeweile aufkommt.
Am Abend wird in den Stadt Land Food Salon geladen, in dem Referentinnen bei Inspirational Talks Impulse geben und ihr Wissen teilen.

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Heute früh fand die gemeinsame Pressekonferenz des Festivals und des Kongresses statt.
Bei der ganzen Veranstaltung geht es um viel mehr als nur das bloße satt werden durch Essen. Auf der Pressekonferenz rief Sabine Toepfer-Kataw, Staatssekretärin für Verbraucherschutz, alle Berliner dazu auf: „Denkt über Euer Essen nach!“ und erklärte, das Berlin das Festival unter anderem unterstütze, weil sie die Konsumenten und Verbraucher dazu anregen möchten, sich wieder mehr Gedanken über ihre Kaufentscheidung an der Supermarktkasse zu machen. Gutes Essen soll in der Stadt wieder eine Selbstverständlichkeit werden und dabei gilt, weniger ist mehr und es muss gar nicht teuer sein.

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Nikolaus Driessen von der Martkhalle Neun und Mitveranstalter ergänzte, dass die Veranstaltung für gute Lebensmittel und gute Landwirtschaft für alle stehe und sie dies mit Absicht Mitten in der Stadt passiere.
Auf dem Kongress „Wir haben es satt!“ geht es um eine Agrarwende für alle Menschen und das Essen der Zukunft, an dem 45 Organisationen mitbeteiligt sind. Jochen Fritz, der Leiter der Kampagne „Meine Landwirtschaft und Organisator, berichtete vom leisen Höfesterben in Deutschland und wie Politik und Gesellschaft die Bauern dabei alleine lassen. Er fordert, dass es gemeinsam mit den Bauern wieder zu einer bäuerlichen ökologischen Landwirtschaft kommen muss.

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Einen kurzen Bericht zur Entstehung und dem Verlauf der derzeitigen Milchpreiskrise und deren Auswirkungen auf Deutschland und Teile der weiteren Welt gab es von Johanna Böse-Hartje ein, die selber Bioland-Milchbäuerin und Mitglied im Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft ist. Sie wünscht sich Rahmenbedingungen für das Krisenmanagement und hofft, dass die Gesellschaft mit den Weg der fairen Landwirtschaft geht.
Besonders interessant waren die Ausführungen von Denis Mpagaze, der Journalist und MISEROR-Partner ist, und einen Einblick in die Landwirtschaft in Tansania und die dortigen Schwierigkeiten und Herausforderungen gab. Erschreckend, wie dort staatlich geförderte Großbetriebe und ausländische Investoren das landwirtschaftliche Gleichgewicht des Landes zerstören und das Land aus der Selbständigkeit in eine Abhängigkeit in die Abhängigkeit von Großunternehmen gelenkt wird. Natürlich auf Kosten der dort lebenden Menschen.

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Wer in den nächsten Tagen noch nichts Besonderes vor hat oder noch ein bisschen Freizeit erübrigen kann, dem sein ein Besuch der Stadt Land Food wärmstens empfohlen. Hier geht es nicht darum, dem neuesten Food Trend hinterher zu laufen, sondern um bewusstes Essen, eine nachhaltige Erzeugung und darum, als Verbraucher endlich wieder in Kontakt mit Lebensmittel und deren Erzeugung außerhalb von Discountern und Plastikverpackung zu kommen.

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Mehr Infos findet ihr unter
www.stadtlandfood.com
www.facebook.com/events/stadtlandfoodfestival/

Und das bisschen Regen da draußen ist egal, in der Markthalle und an den meisten Ständen kann man trocken stehen und genießen!

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FAKTEN:
Stadt Land Food und Wir haben es satt!
Rund um die Martkhalle Neun und die Emmauskirche
10997 Berlin Kreuzberg
Eintritt kostenlos (wer mag, der kann ein Spende abgeben und bekommt dafür ein lila Unterstützerband fürs Handgelenk)
Kongress, Markt, Street Food, Naschmarkt, gläserne Werkstätten, Workshops, Vorträge und vieles mehr