Ein Foodie auf Reisen – Brasilien

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Blick vom Zuckerhut auf die Copacabana

Heute nehme ich Euch mit auf eine kleine kulinarische Reise nach Brasilien, ein Land, das Foodieherzen höher schlagen lässt.

So vielfältig wie die Bewohner ist die Küche mit ihren regionalen und zum Teil sehr großen Unterschieden und es gibt viel mehr zu entdecken als nur Caipirinha.

Martkhallen

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Genauso wie in Deutschland sind die Martkhallen wunderbare Orte, um die örtlichen Spezialitäten zu entdecken. Unvergesslich ist für mich der Besuch des Mercadão in São Paulo. Dabei handelt es sich um eine herrliche alte Martkhalle voller Staände mit Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und anderen Köstlichkeiten, dazu ein großes gastronomisches Angebot. Alles wirkt bunt, vielfältig und ich habe mich damals fast wie im Schlaraffenland gefühlt.

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Tipp: Unbedingt ein Mortadella-Sandwich probieren, bei kleinem Hunger reicht auch eins für zwei Personen.

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Getränke

Kaffee

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Den Morgen kann man mit einem aromatischen Cafezinho starten, der nur in Brasilien so herrlich kräftig und gleichzeitig sanft schmeckt. Selbst ich als irgendwas-Kaffee-oder-Espresso-mit-Milch-Trinker brauche dazu keine leite und meinem Magen bekommt das trotzdem muito bom.

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Aber natürlich gibt es auch viele weitere Kaffeespezialitäten, hier kommt jeder Kaffeefreund auf seine Kosten, gerne auch mal ausgefallen mit Schlagsahne und Sauce, fast schon mehr einem Dessert ähnelnd als einem Käffchen.

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Coco

Und wenn es so richtig tropisch heiß ist und der Schweiß in strömen läuft, dann gibt es eigentlich nichts besseres als eine eine eisgekühlte frische Coco, die direkt frisch vor einem aufgeschlagen wird. Kalorienarm und quasi isotonisch, der Megadurstlöscher nicht nur für Touristen, gerne am Strand im Stehen oder auch im Café, um ein bisschen von außen und innen abzukühlen.

Tipp: In Rio am Strand ruhig ein bisschen schauen, an welchem Kiosk man eine Coco kauft, zum Teil gibt es erhebliche Preisunterschiede. Besonders romantisch wird am Kiosk am Arpoador zum Sonnenuntergang, egal ob Bier, Coco oder ein anderes Getränk, wenn die Sonne langsam verschwindet wird die Stimmung malerisch und es schmeckt gleich doppelt so gut!

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Caipirinha

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Der Caipirinha darf natürlich bei den Getränken nicht fehlen, gehört er doch genauso wie eines der zum Teil mit Eis gekühlten Getränke einfach irgendwie dazu.

In Brasilien gibt es den Cocktail mit verschiedensten Früchten und Alkoholika, ganz klassisch mit Cachaça, auch Pinga genannt, mit Wodka, Sake, Rum usw. und das ganze gemischt mit den unterschiedlichsten Früchten. Von je weiter her der Alkohol importiert wurde, desto teurer und ich hatte das Gefühl, deswegen trinken viele dort so gerne Caipisake.

Mein bisheriger Favorit: Ein Caipiroska mit Wodka, Ananas und Maracuja, von dem ich heute noch schwärme.

Essen

Rodizio

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Rodizio in einer Churrascera

Das Rodizio ist die brasilianische Form von all-you-can-eat Restaurants, wo man einen bestimmten Betrag bezahlt und dann so viel essen kann, wie man möchte.

Bei uns denkt man bei dem Wort  Rodizio an Steakhäuser und  Fleisch, viel Fleisch – diese Form findet man in den Churrascarias. Dort gibt es in der Regel neben einem alleine schon satt machendem vielfältigen Buffet diverse Fleischsorten, die an Spießen gegrillt und herum getragen werden. Wenn das Passende dabei ist, teilt man das durch Stop-and-Go Schildchen der verschiedensten Art mit und der Kellner schneidet das gewünschte Stück direkt auf den Teller.

Tipp: Picanha, mit und ohne Knoblauch, medium gegrillt. Herrlich zart.

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Pasta Rodizio

 

Wer es eher nicht ganz so fleischig haben möchte, für den gibt es Rodizio auch in anderer Form, z.B. mit Pizza, Pasta oder Sushi.

Kilo Restaurants

Kilo Restaurants oder auch Por Kilo Restaurants gibt es eigentlich so gut wie überall und wir gehen dort besonders gerne mittags essen.

Wenn man hier essen geht, dann zahlt man nur das, was man auf dem Teller hat. Meistens gibt es zwei verschiedene Tellergrößen zur Auswahl und man bedient sich nach Lust und Laune am Buffet. Je nach Restaurant gibt es verschiedene Angebotsschwerpunkte, die meist auch noch täglich wechseln. Hat man alles, was man möchte, dann geht es ab zur Kasse, wo der Teller gewogen wird und man sozusagen nach „Kilo“ bezahlt, woher sich auch der Name ableitet.

In der Regel eine gute und günstige Möglichkeit, sich durch die lokalen und klassischen Spezialitäten zu probieren.

Tipp: Besser hier keine Coxinhas essen, die sind oft recht schwer und machen alleine schon super satt, so dass man sie auch gut als separate Mahlzeit bei einer Bar auf die Hand kaufen kann.

Fleisch

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Wenn man kann, dann einfach mal einen großen Supermarkt besuchen und staunend an der Fleischtheke stehen. Egal, ob es sich um frisches Fleisch oder die Berge Trockenfleisch, das sogenannte Carne seca, handelt, die Mengen haben mich beim ersten mal fast umgehauen.

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Und was dabei auffällt, die wirklich sehr gute Qualität, was regelmäßig beim Essen gehen für lustige Momente sorgt, wenn sich mitessende Brasilianer für die ihrere Meinung nach mittelmäßige Fleischqualität entschuldigen und wir zu erklären versuchen, dass auch das gegenüber dem meisten Fleisch in Deutschland herausragend gut ist.

Feijoada

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Feijoada completa

Als ich das erste Mal in Brasilien war und es an einem ausgesprochen heissen Samstagmittag zum Feijoada essen ging, war mir etwas mulmig zumute, da ich eigentlich gar keine Ahnung hatte, was da auf mich zukommen würde.

Nachdem wir bestellt hatten, brachte der Kellner kurze Zeit später Schüssel um Schüssel mit Beilagen. Es gab Reis, Farofa (geröstetes Maniokmehl, das je nach Restaurant mit verschiedenen Dingen wie z.B. Speck, Ei, Tomaten, Bananen etc. zubereitet wird), Couve  mineira (eine Art Kohl, in dünne Stücke geschnitten und bißfest gedünstet), Molho da pimenta (eine Art Soße, die auch von Restaurant zu Restaurant geschmacklich variiert aber in der Regel Zwiebeln, Tomaten, Koriander und Chilli enthält) sowie Oranenscheiben zur Anregung der Verdauung und einen Schnaps.

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Die Feijoada selber besteht in der Regel aus schwarzen Bohnen, fettiger geräuchterter Wurst, Fleisch, Trockenfleisch und Schweineohren- und Füßen, die in Stücken für die Sämigkeiten des Ganzen dazu gegeben werden.

War ich beim Auffüllen noch etwas skeptisch, so war doch ab der ersten Gabel voll klar, auch ich bin der Feijoada, wenn sie gut gemacht ist, verfallen.

Tipp: Traditionell wird der „Nationaleintopf“ mittwochs und samstags angeboten und es lohnt sich, Anwohner zu fragen, wo es die beste Variante der Nachbarschaft gibt.

Desserts

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Auch wenn man meistens nach den Hauptgerichten schon super satt ist, auch die Dessert und Kuchen sind es wert, probiert zu werden.

Das Angebot ist meistens so groß, dass jeder etwas findet. Egal ob Flan mit Karamellsoße, Papayacreme oder tropisch-fruchtiges Eis, wenn der Nachtischwagen im Restaurant angefahren kommt, dann ist es schwer, zu widerstehen.

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Flan

Wenn es Kuchen sein soll, unbedingt ein Stück bolo de cenoura, klitschig-saftigen Möhrenkuchen, am besten mit Schokosauce, probieren. Ebenfalls sehr lecker wenn auch sehr süß sind Teilchen mit doce de leite (einer Art gezuckerter karamellisierter Milchcreme), hier reicht ein Stück meist mit viel Kaffee durchaus für zwei Personen.

Und wenn es mal ein Dessert für den großen Hunger sein soll, dann ist auch eine Pizza mit Bananen oder mit Bananen und Ananas sehr zu empfehlen.


Ich hoffe, der kleine Kurztrip nach Brasilien hat Euch gefallen. Mich hat das Land nicht nur essensmäßig vom ersten Augenblick an mit seiner Vielfältigkeit und Lebenslust verzaubert und hat es einen festen Platz als Sehnsuchtsort in meinem Herzen .

Natürlich könnte man noch viel mehr schreiben, denn es gibt so viel wunderbares und probierenswertes Essen dort. Aber ich wollte keine Enzyklopädie der Brasilianischen Küche erstellen, sondern Euch einfach mal meine ganz persönlichen Highlights und Tipps präsentieren.

Wenn ihr auch eine „Brasilianische Essensliebe“ habt, ich freue mich auf eure Kommentare zu euren Favoriten!

 

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