Frühlingssalat mit Spargel

Juhu, es gibt ihn endlich wieder, in den Läden findet man den ersten Beelitzer Spargel, ein Fest für alle Liebhaber in Berlin und auch für unseren heimischen Speiseplan. Egal ob gedünstet, gekocht oder gebraten, bei uns kommen die Spargelstangen in vielen Varianten auf den Tisch.

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Heute gab es einen Frühlingssalat mit gebratenem Spargel, sehr lecker und dabei schnell zubereitet:

Zutaten

Für zwei große Portionen braucht man:

500 g Spargel (weiß oder grün, je nach eigener Vorliebe oder Angebot), geschält und in ca. 3 cm lange Stück geschnitten
1 Packung Feldsalat
1 Packung Cocktailtomaten
1 Packung Mini Mozzarella
1-2 gekochte Eier (je nach Appetitgröße)
Hähnchenbruststreifen
Olivenöl zum Anbraten
Salz, Pfeffer und Lieblingsgewürze zum Abschmecken
etwas gehobelten Parmesan
Dressing nach Geschmack

Zubereitung

  1. Spargel waschen, schälen, schneiden und dann ca. 10 min anbraten, ich brate ihn immer, bis er leicht angebraten bräunlich ist
  2. Hähnchenbruststreifen anbraten

In der Zwischenzeit:

  1. In der Zwischenzeit den Feldsalat waschen und auf tiefen Teller auslegen
  2. 4-5 Cocktailtomaten und jeweils die Hälfte der Minimozzarella darauf verteilen
  3. halbierte Eier ebenfalls darauf verteilen
  4. den angebratenen Spargel und die Hähnchenbruststreifen darauf geben und den Parmesan darüber geben
  5. mit Dressing nach Geschmack verfeinern und dann schmecken lassen.

Als vegetarische Variante kann man den Salat auch super mit gebratenem Räuchertofu zubereiten, ebenfalls sehr lecker.
Ich muss zugeben, ich mag am liebsten Dressing Sylter Art dazu, wogegen mein Mann ihn auch gerne mit einfacher Olivenöl-Balsamico Vinaigrette isst.
Dazu noch ein bisschen Ciabatta oder Baguette und fertig ist ein köstlicher Frühlingssalat.

GUTEN APPETIT!

Und, wie esst Ihr Euren Spargel am liebsten?

Das Sticks ’n Sushi in Tiergarten

Wenn man Bilder von leckerem Essen im Internet bei einer anderen Foodbloggerin sieht, dann gibt es eigentlich nur noch eine einzige Möglichkeit, den Appetit auf genau das, was man gesehen hat, zufrieden zu stellen – auf in das Restaurant!
So erging es mir mit dem Sticks ’n Sushi – schon länger bin ich regelmäßig an den Hinweisen im Schaufenster des Erdgeschosses des ehemaligen Tagesspiegelgebäudes in der Potsdamer Straße vorbeigekommen, aber die Eröffnung habe ich trotzdem verpasst, denn auf einmal las ich online etwas über das Restaurant und dachte mir, super, nun aber hin!

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An einem leider recht nassen Frühlingsnachmittag war es soweit, meine immer für leckeren rohen Fisch zu begeisternde Begleitung und ich betraten das Restaurant und wurden sofort durch einen sehr freundlichen Kellner in Empfang genommen und an einen Tisch mit Einblick in die offene Küche in der Nähe der Treppe ins obere Stockwerk platziert. Das ganze Restaurant ist offen und luftig gestaltet, mit klaren Linien und Formen. Wer jetzt helles Scandi Design erwartet (die Inhaber haben noch ein paar dieser Restaurants in Kopenhagen und London), der wird enttäuscht, hier setzen dunkelgraugrüne mit Kunstleder überzogene Tische und Stühle die Akzente, ebenso wie gelbliches unaufdringliches Licht. Zwischen einigen Tischen sind Bereiche mit helleren Leselampen. Dazu Betonwände und schon war ich ein kleines bisschen verliebt.

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Die Speise- und Getränkekarten lagen schon für uns bereit und während wir auswählten, wurden uns warme kleine weiße Frottee-Waschlappen, die angenehm frisch nach Zitronengras dufteten, mit dazu passenden Holzablagen gereicht. Die Stäbchen liegen auf kleinen Steinen, dazu Gläser von Jesper Jensen und hausgemachte Limonaden und Säfte aus Dänemark auf der Karte. Für 2 Euro gibt es pro Person so viel gefiltertes Leitungswasser in einer ebenfalls ansehnlichen Karaffe, wie man möchte.

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Die Karte ist spannend. Neben diversen Sushi Sachen gibt es ebenfalls Salate, vegane Optionen, Yakitori Sticks und Desserts. Nach dem ersten Blick war für uns klar, dass wir Platz für Nachtisch lassen müssen. Daher bestellte jeder ein bisschen was aus der Sushi Karte und so landeten eine Little Mess, Shake Tataki , Nigiri und einige Rolls auf unserem Tisch. Alles war wirklich appetitlich angerichtet und schmeckte einfach wunderbar. Egal ob Lachs, Thunfisch oder Garnele, alles war sehr lecker.

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Während man isst lohnt es sich, einen Blick in die offene Küche zu werfen, wo alles blitzeblank und sehr organisiert wirkt.
Zum Nachtisch gab es bei uns den giftgrünen süß bitteren Matcha Cake, eine verboten gute Liquorice Creme brulee sowie die sehr sättigenden Dark Chocolate Kugeln. Die Desserts sind zwar alle klein, dafür aber wirklich gut und lohnen sich zum feinen Abschluss eines leckeren Essens.

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Der Service ist super freundlich, steht einem hilfreich mit Rat und Tat zur Seite und hatte zumindest bei uns das perfekte Timing.

Die Toiletten im ersten Stock sind auch auf jeden Fall einen Besuch wert: Klassisch schlichtes Design und eine interessante Seife mit Kohle plus passender Erklärung.

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Bei unserem Besuch am Nachmittag herrschte eine sehr entspannte Atmosphäre, etwa 1/3 aller Tische waren besetzt und ebenso wie wir schienen sich viele ein bisschen durchzuprobieren. Dabei hielten sich Einheimische und Touristen die Waage.

Anders, als viele andere Läden auf der Potsdamer Straße, ist das hier kein billiges Schnellrestaurant und das merkt man auch im Preis, aber meine Begleitung und ich fanden es für das gebotenen absolut angemessen.

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Fazit

Das Sticks ’n Sushi ist definitiv eine Bereicherung für den Kiez und hat gar nichts mit den Sushi Läden gemein, in denen eine lieblos gerollte Maki mit undefinierbarem Inhalt befüllt und an fast alles essende Touristen verkauft werden.
Hier essen alle Sinne mit und wir freuen uns eigentlich schon jetzt auf den nächsten Besuch.

Und eine feine Kleinigkeit erwartet den Gast am Ende, kurz, bevor man auf die lärmende Straße zurückgekehrt ist: Eine Kostproben von feinem Lakritz aus Dänemark, und wem es gar zu gut schmeckt, der kann eben dieses direkt noch käuflich erwerben. Ich sage nur Lakrids aus Bornholm!

Wer es also ebenso wie ich beim Sushi essen gerne nett und lecker haben möchte, dem sei ein Besuch im Sticks ’n Sushi wärmstens ans Herz gelegt.

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Fakten

Sticks ’n Sushi
Potsdamer Str. 85
10785 Berlin
+49 30 261 036 56
Öffnungszeiten: Sonntag – Mittwoch 10-23 Uhr, Donnerstag bis Samstag 12-23 Uhr
http://www.sticksnsushi.berlin/

Blogger@Work Konferenz in Hamburg

Ein schönes Frühlingswochenende, aus vielen Städten pilgern Blogger und Bloggerinnen in die Hansestadt, um sich bei der Blogger@Work Konferenz im Mindspace unter  dem Motto „Gemeinsam STATT Gegeneinander“ zu treffen.

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Die Location begeistert ab dem ersten Augenblick. Ein modern designter Coworking Ort, voll intelligentem Design und ganz viel luftigem Licht und mehr als 100 Blogger mittendrin.

Am Eingang  erwartete uns eine liebevolle Begrüßung durch die großartige Organisatorin Jennifer Gross, die uns mit ihrer guten Laune auch durch den weiterem Tag führte.

Zur Begrüßung gab direkt unzählige belegte Brote von Rama, dazu Wasser und alkoholfreie Mocktails von Sodastream, Kaffee von Black Line Coffee, Tee von Azafran und Säfte satt von Granini.

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Viele interessante Vorträge für Blogger aus jedem Bereich

Im Laufe der Veranstaltung gab es diverse Vorträge rund um blogrelevante Themen. Gestartet wurde mit einem leidenschaftlichen Beitrag von Jessica Schonk, in dem sie sich für ein gemeinsames Arbeiten der Blogger miteinander einsetzte, um mehr Synergien und positive Energie zu erzeugen, was auf breite Zustimmung traf.

Danach gab uns Anette Bergk unter dem Titel „Mit geschickter PR zum Erfolg“ Impulse, welche Möglichkeiten sich im PR Bereich für Blogger bieten. Dank ihrer eigenen Berufserfahrungen mit vielen praktischen Tipps zur Umsetzung.

Berufsjournalistin Katrin Rembold erhellte uns über Storytelling und um „Struktur und Planung für ein kreatives Bloggerjahr“ ging es bei Leena Höpke.

Sprachlich intensiv und mit viel Begeisterung ging es beim Vortrag von Paula Slomian mit dem Titel „Journalistisches Texten“ zu, so viele Möglichkeiten, so viele Stilmittel, da ist für jeden etwas dabei, egal ob Blogger oder Leser. Nicht minder intensiv ging es mit Daniela Sprung zur Sache, deren große Leidenschaftlich ist, andere Blogger besser zu machen, und die dafür auch gerne klare und nachdrückliche Worte wählt.

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Ein bisschen am Nerdbereich gekratzt wurde bei Lisa Mittmann, die uns mit viel Spaß und Unterhaltungswert in die sonst ja eher thematisch trockene Welt des Trackings und der Zugriffszahlen entführte.

Dr. Thomas Schwenke gab einen unterhaltsamen Überblick in den auch für Blogger immer mehr an Wichtigkeit gewinnenden und sich sehr in Bewegung befindenden Bereich der rechtlichen Aspekte.

Den Ende eines langen und sehr informativen Tages bildeten die Podiumsdiskussion zum Thema „Kooperationen auf Augenhöhe“ gefolgt vom entspannten Get togehter.

Natürlich wurde nicht nur beim Frühstück ganz wunderbar von den Sponsoren für uns gesorgt. Mittags kümmerten sich die Jungs von Eat the Ball gemeinsam mit der Aumaerk Fleischmanufaktur und Teammitgliedern vom Speisenwerk by Tim Mälzer mit verboten leckeren Burgern um die ganzen hungrigen Mäuler. Mein Pulled Pork Burger mit grühnen Bohnen, Schnittlauchsauce und Birne war ein Genuss und der Nutella gefüllte Brötchen-Football war ein mehr als nur reichlicher Nachtisch. Zwischendurch und zum Kaffee gab es Brainfood von Hitschler, Jelly Belly sowie Snacks von Mrs T. und Suppen von Gefro, für alle, denen trotz frühlingshaftem Sonnenschein noch etwas mehr Wärme fehlte.

 

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FAZIT

Eine sehr gelungene Blogger Konferenz und auf dem Nachhauseweg konnte ich gar nicht anders, als mich ein bisschen auf das hoffentlich nächste Mal zu freuen. Alles in einer wirklich schönen Location und alles war wirklich wunderbar, großes Kompliment und Dankeschön an die Veranstalter, Sponsoren, Redner und Teilnehmern.

Dabei sein?

Wenn ihr jetzt denkt, da wäre ich nächstes Mal auch gerne dabei, dann schaut  einfach mal bei Blogger @ Work unter https://bloggerat.work/ vorbei.

Paprika Feta Topf mit Hack aus dem Slow Cooker

In Berlin wirkt das Wetter derzeit eher wie eine herbstliche Einstimmung als Start des Frühlings, perfekt für einen leckeren Eintopf aus dem Slow Cooker.
Beim Supermarkt meines Vertrauens waren rote herrliche Paprika im Angebot, eine gute Basis. Schnell noch Hack mitnehmen und dann mal zu Hause schauen, was die Vorräte noch so hergeben.

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Herausgekommen ist ein Paprika Feta Topf mit Hack und für den  4,5 l Slow Cooker braucht man

700 g Hack je nach Geschmack gemischt oder Rind
3 rote Paprika
2 Fleischtomaten
500 g Feta
2 Dosen Tomaten in Stückchen (je ca. 400 g)
1-2 Knoblauchzehen
1-2 Zwiebeln
Pfeffer
Salz
Kräuter nach Geschmack, ich nehme am liebsten Italienische.

  1. Knoblauch und Zwiebel sehr fein schneiden und dann mit dem Hack sowie Pfeffer und Salz nach Geschmack anbraten.
  2. In der Zeit Tomaten und Paprika in mittelgroße Stücke schneiden und direkt in den Slow Cooker geben. Feta in kleine Würfel schneiden und auf das Gemüse geben.
  3. Das angebratene Hack auf den Feta geben und die Tomaten in Stückchen darauf geben. Kräuter und Pfeffer und Salz nach Geschmack dazugeben (Vorsicht, nicht den Salzgehalt des Fetas vergessen).
  4. Dann alles für 3,5 bis 4 h auf High kochen lassen und vielleicht so ca. 1x pro Stunde umrühren.

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Dazu gefiel uns Langkorn Reis am besten, aber es schmeckt bestimmt auch mit Kartoffeln, die man auch schon direkt in Stücke geschnitten mitkochen könnte, dann vielleicht noch etwas Brühe dazugeben.

Als vegetarische Variante könnte man einfach Sojaschnitzel statt Hack nehmen.

Für den 3,5 l Slow Cooker würde ich bei großen Paprika einfach nur 500 g Hack nehmen, der Rest müsste trotzdem passen. Bei kleinen Paprika sollten die obigen Mengen reinpassen, da bei mir noch gut drei Finger Platz nach oben war.

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Guten Appetit und schön den Teller leer essen, damit der Frühling eine Chance hat!

Schichtkohl aus dem Slow Cooker

Bei dem letzten Foodbloggercamp besuchte ich die Kürbissuppensession von Slow Cooker Fachfrau Gabi Frankemölle und war wieder einmal schwer begeistert, was man mit langsamen kochen alles für Geschmacksexplosionen erkochen kann, was kurzerhand dazu führt, das ich mir auch einen Slow Cooker zugelegt habe, der seit dem nicht mehr aus unserem Haushalt wegzudenken ist.

Das erstaunliche, egal ob beim Kochen mit oder ohne Rezept, das kleine Wundergerät sorgt für leckeres Essen, auch, wenn man sich das manchmal beim Abschmecken noch gar nicht vorstellen kann. Nach 4 Stunden kochen auf High oder 8 Stunden auf Low war bisher noch nicht einmal etwas dabei, was nicht geschmeckt hätte – sogar mein Mann ist sehr angetan.

Vor kurzem fand nun ein kleiner Spitzkohl den Weg in meine Küche, was nun damit kochen? Schnell war klar, es wird was im Slow Cooker, warum nicht eine Schichtkohlvariante probieren? Im Gespräch mit einer Freundin brachte sie noch eine Schicht Kartoffeln mit ins Spiel und kurzerhand ging ich am Montag einkaufen und probierte meine Idee aus, die zwar nicht besonders fotogen herauskam, dafür aber umso leckerer war.

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Wer jetzt auch Lust auf so ein richtig schönes Winteressen bekommen hat, der braucht für einen 3,5 l Slow Cooker:

1 kleinen Spitzkohl
1 kg gemischtes Hack
5-6 größere Kartoffeln
1-2 Pck. Feta (je nach Packungsgröße)
1/2 l Brühe
Pfeffer
Salz
Kümmel
geriebener Cheddar

1. Das Hack pfeffern und salzen und gut durchbraten, in der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und ebenso wie den Feta in dünne Scheiben schneiden. Den Spitzkohl fein schneiden.

2. Alles im Slowcooker schichten. Zuerst eine dünne Schicht Kartoffeln auslegen, darauf Kohl verteilen und nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Danach eine Schicht Hack so verteilen, dass der Kohl bedeckt ist und auf dem Hack Fetascheiben verteilen. Danach wieder von vorne anfangen.

3. Bei mir passt zwei Mal die Schichtung in den Slow Cooker. Dann den Rest des Spitzkohls auf den Feta  geben, die Hackreste darauf verteilen und mit der Brühe angiessen. Zum Schluss noch den geriebenen Cheddar darauf verteilen und dann alles für knapp  4 Stunden (auf Low müssten es je nach Topf etwa 6-7 h sein) auf High köcheln lassen.

TIPP: Den Topf kann man bis fast zum oberen Rand voll machen, da alles beim Kochen noch ein bisschen zusammenfällt.

Der Schichtkohl schmeckt nicht nur sofort, sondern auch noch am nächsten Tag, dann vielleicht sogar noch ein kleines bisschen besser.

Bei uns gibt es das Ganze bald wieder, solange es noch draußen so winterlich kalt bleibt, dass zumindest hat sich mein Mann gewünscht, der sehr von dem Essen angetan war.

Viel Spaß beim Kochen und guten Appetit!

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Buchtipp: „Ran an die Buletten“ von Bettina Sturm

„Ran an die Buletten“, nicht nur in Berlin ein geflügeltes Wort, hinter dem sich nur in den seltensten Fällen ein direkter Ansturm auf ein Buffet, sondern mehr das Loslegen, das motivierte Starten mit hochgekrempelten Armen verbirgt. Wie passend, dass das auch der Titel eines Buches von Bettina Sturm ist, dass sich mit Quereinsteigern in der Gastronomie und im Foodbusiness beschäftigt, denn gerade dort gilt, von nix kommt nix.

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Foto: Dorothee Elfring von http://www.businessmenschen.com, Gestaltung vom Cover: Martina Korkner von http://www.deliciousdesign.de

Dabei handelt es sich aber nicht um den nächsten knochentrockenen Gründungsratgeber, der schon beim Lesen mit einem erhobenen Zeigefinger ein schlechtes Gewissen verursacht, sondern um ein äußerst unterhaltsames Werk, das dank inspirierender Gründerinterviews und praktischer Tipps bei der Entscheidungsfindung von der Leidenschaft zum Business helfen kann.

Ich habe Bettina Sturm letztes Jahr beim Foodbloggercamp in Berlin kennen gelernt und war beeindruckt von ihrer positiv neugierigen Art herauszufinden, wie und warum jemand etwas macht, denn genau zu diesem Thema leitete sie ihre eigene Session bei dem Barcamp. Und mit der gleichen Menschen liebenden interessierten Art hat sie sich aufgemacht, Interviews mit Gründern im Gastrobereich zu führen und unter anderem Herauszufinden, was für Menschen hinter den Ideen stehen, wie sie ticken und vor allem auch was sie bewegt und motiviert.

Herausgekommen sind direkt zu Anfang des Buches 11 Gründerinterviews, von denen ich persönlich gar nicht genug bekommen konnte. Eigentlich wollte ich das erste nur mal schnell lesen und bin dann direkt für die anderen zehn Interviews hängen geblieben. Toll, wie offen und ehrlich die Interviewpartner gerade auch über die Hindernisse sprechen, die ihnen bei ihren Geschäftsgründungen begegnet sind.

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Melanie Schüle von Mels Feine Kost beim Gründerinterview durch Bettina Sturm, Foto: Bettina Sturm

Ich gebe zu, ich bin ein kleines bisschen verliebt in dieses Buch, dass mir beim Lesen mehr als einmal ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Hier geht es nicht um eine verkopfte Anleitung in die Selbstständigkeit, sondern um eine sehr menschliche Unterstützung und Inspiration für all die, die bereit sind, sich den Aufgaben zu stellen, die es mit sich bringt, wenn man im Gastrobereich aus einer Passion ein Business aufziehen möchte. Und es ist nicht nur ein Buch für angehende Foodpreneure, da es mit Herz und Begeisterung geschrieben wurde, die auch einen nicht-angehenden-Gründer wie mich mitreißen können.

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Bettins Sturm bei der Arbeit, Foto: Dorothee Elfring von http://www.businessmenschen.com

Ich konnte das Buch vorab vor der Veröffentlichung lesen und möchte mich dafür sehr bei Bettina bedanken. Wer jetzt auch Lust auf die Lektüre bekommen hat oder schon jemanden vor Augen hat, für den das genau das richtige Buch ist, ihr bekommt es derzeit bei Amazon für 13,90 Euro.

Mehr zu Bettina Sturm findet ihr auf ihrer Website „Respekt Herr Specht“, wo es uner anderem noch viele weitere Gründergeschichten zu lesen gibt.

Stadt Land Food und Wir haben es satt!

Dieses Wochenende ist in Berlin rund ums Essen und alles, was damit zusammenhängt, eine ganze Menge los. Eine, wie ich finde, besonders schöne und wichtige Veranstaltung findet dabei in Kreuzberg rund um die Markthalle Neun und die Emmauskirche statt.

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Unter dem Motto Stadt Land Food gibt es nicht nur der Kongress „Wir haben es satt!“, sondern auch unglaublich viel über Lebensmittel und das Thema Essen zu entdecken, zu erleben und anzusehen. An vier Tagen, noch bis zum 3.10.2016, können Kunden und Konsumenten sich über bäuerliche Landwirtschaft und handwerkliche Lebensmittelerzeugung informieren und in zahlreichen Werkstätten und Workshops auch direkt selber ausprobieren, wie es geht.
Dazu gibt es in etwa 24 Restaurants in Berlin das so genannte Stadt Land Food Menü, bei dem es darum geht, den Acker um Berlin zu schmecken.

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Ebenfalls viel zu essen und zu erleben gibt es auf dem Stadt Land Food Markt mit seinen 130 Ständen, auf dem man etwas für jeden Geschmack finden kann. Vom Gemüsehändler über  Streetfood und Naschmarkt bis hin zur gläsernen Wurstproduktion, die dank Kopfhörern und Moderation zum interaktiven Erlebnis wird, ist alles dabei.
Auch für die kleinen Besucher kommt dank eines breiten Programm keine Langeweile aufkommt.
Am Abend wird in den Stadt Land Food Salon geladen, in dem Referentinnen bei Inspirational Talks Impulse geben und ihr Wissen teilen.

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Heute früh fand die gemeinsame Pressekonferenz des Festivals und des Kongresses statt.
Bei der ganzen Veranstaltung geht es um viel mehr als nur das bloße satt werden durch Essen. Auf der Pressekonferenz rief Sabine Toepfer-Kataw, Staatssekretärin für Verbraucherschutz, alle Berliner dazu auf: „Denkt über Euer Essen nach!“ und erklärte, das Berlin das Festival unter anderem unterstütze, weil sie die Konsumenten und Verbraucher dazu anregen möchten, sich wieder mehr Gedanken über ihre Kaufentscheidung an der Supermarktkasse zu machen. Gutes Essen soll in der Stadt wieder eine Selbstverständlichkeit werden und dabei gilt, weniger ist mehr und es muss gar nicht teuer sein.

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Nikolaus Driessen von der Martkhalle Neun und Mitveranstalter ergänzte, dass die Veranstaltung für gute Lebensmittel und gute Landwirtschaft für alle stehe und sie dies mit Absicht Mitten in der Stadt passiere.
Auf dem Kongress „Wir haben es satt!“ geht es um eine Agrarwende für alle Menschen und das Essen der Zukunft, an dem 45 Organisationen mitbeteiligt sind. Jochen Fritz, der Leiter der Kampagne „Meine Landwirtschaft und Organisator, berichtete vom leisen Höfesterben in Deutschland und wie Politik und Gesellschaft die Bauern dabei alleine lassen. Er fordert, dass es gemeinsam mit den Bauern wieder zu einer bäuerlichen ökologischen Landwirtschaft kommen muss.

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Einen kurzen Bericht zur Entstehung und dem Verlauf der derzeitigen Milchpreiskrise und deren Auswirkungen auf Deutschland und Teile der weiteren Welt gab es von Johanna Böse-Hartje ein, die selber Bioland-Milchbäuerin und Mitglied im Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft ist. Sie wünscht sich Rahmenbedingungen für das Krisenmanagement und hofft, dass die Gesellschaft mit den Weg der fairen Landwirtschaft geht.
Besonders interessant waren die Ausführungen von Denis Mpagaze, der Journalist und MISEROR-Partner ist, und einen Einblick in die Landwirtschaft in Tansania und die dortigen Schwierigkeiten und Herausforderungen gab. Erschreckend, wie dort staatlich geförderte Großbetriebe und ausländische Investoren das landwirtschaftliche Gleichgewicht des Landes zerstören und das Land aus der Selbständigkeit in eine Abhängigkeit in die Abhängigkeit von Großunternehmen gelenkt wird. Natürlich auf Kosten der dort lebenden Menschen.

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Wer in den nächsten Tagen noch nichts Besonderes vor hat oder noch ein bisschen Freizeit erübrigen kann, dem sein ein Besuch der Stadt Land Food wärmstens empfohlen. Hier geht es nicht darum, dem neuesten Food Trend hinterher zu laufen, sondern um bewusstes Essen, eine nachhaltige Erzeugung und darum, als Verbraucher endlich wieder in Kontakt mit Lebensmittel und deren Erzeugung außerhalb von Discountern und Plastikverpackung zu kommen.

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Mehr Infos findet ihr unter
www.stadtlandfood.com
www.facebook.com/events/stadtlandfoodfestival/

Und das bisschen Regen da draußen ist egal, in der Markthalle und an den meisten Ständen kann man trocken stehen und genießen!

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FAKTEN:
Stadt Land Food und Wir haben es satt!
Rund um die Martkhalle Neun und die Emmauskirche
10997 Berlin Kreuzberg
Eintritt kostenlos (wer mag, der kann ein Spende abgeben und bekommt dafür ein lila Unterstützerband fürs Handgelenk)
Kongress, Markt, Street Food, Naschmarkt, gläserne Werkstätten, Workshops, Vorträge und vieles mehr